Umfrage: Was aus den Beschlüssen der Jugend werden soll

Oktober 9, 2010 Aktuell, Jugendlandtag

Nach drei Tagen voller Diskussionen stehen die Beschlüsse des Jugendlandtags fest. Aber was wird aus den Ideen der Jugendlichen? Die Stimmung der jungen Abgeordneten schwankt zwischen Zuversicht und Zweifel. Werden die Beschlüsse umgesetzt?
 
von Nadja Friedl
Manuela Poos

Manuela Poos

„Ich hoffe natürlich, dass unsere Ideen umgesetzt werden”, sagt Manuela Poos aus Rietberg. „Aber ich denke auch, dass Dinge dabei sein werden, zu denen die Politiker sagen: zu teuer, zu kompliziert, zu unrealistisch. Wenn sie gar nichts annehmen würden, wäre ich maßlos enttäuscht!” Trotzdem ist die 17-Jährige zuversichtlich, dass sie als Grünen-Abgeordnete in den drei Tagen des Jungendlandtags etwas bewegen konnte. Am meisten liegt ihr das Thema Europa am Herzen: „In der Schule muss mehr aufgeklärt werden. Jeder sollte wissen, was Europa überhaupt ist und wozu Europa gut ist.”

Tim Soller

Tim Soller

Dem stimmt auch Tim Soller von der CDU-Fraktion zu: „Es ist wichtig, dass allen bewusst wird, was Europa für jeden einzelnen von uns bedeutet. Vielen ist das gar nicht klar, weil es so selbstverständlich geworden ist.” Der 19-jährige Nordwaldener hofft, dass die Teilnehmer des Jugendlandtags den echten Abgeordneten des Düsseldorfer Landtags Anregungen für die Zukunft geben konnten – und dass die Vorschläge auch verwirklicht werden. „Ich habe schon mit einigen Politikern gesprochen und hatte das Gefühl, dass der Jugendlandtag ihnen wichtig ist. Sie waren wirklich interessiert.” Er könne aber auch verstehen, wenn einige Beschlüsse der Jugendlichen bei den Politikern auf Ablehnung stoßen würden. „Wenn die Begründung nachvollziehbar ist, wäre es in Ordnung. Enttäuscht wäre ich nur, wenn alles einfach unter den Tisch gekehrt wird.”

Moritz Marl

Moritz Marl

Da würde es auch Moritz Marl aus Plettenberg nicht anders gehen. „Ich wäre schon ein Stück weit unzufrieden, wenn keiner unserer Vorschläge angenommen werden würde. Aber ich denke schon, dass sie Gehör finden werden. Trotzdem hat es auch so Spaß gemacht, das würde die Trauer darüber überdecken.” Der 18-Jährige konnte nicht nur Erfahrungen als FDP-Abgeordneter sammeln, sondern war auch Vizepräsident des Jugendlandtags. Für ihn war die Veranstaltung ein voller Erfolg: „Hier ist eine gr0ße Ernsthaftigkeit gegeben. Das war für mich auch ein großer Grund, hier teilzunehmen.”

Sarah Böhm

Sarah Böhm

„Wie die Vorschläge umgsetzt werden, ist ja Fraktionssache. Deshalb weiß ich nicht, ob meine Forderungen umgesetzt werden; aber generell denke ich schon, dass die Politiker sich auf jeden Fall damit beschäftigen werden”, sagt Sarah Böhm. Drei Tage lang war sie Abgeordnete der Linkspartei. Besonders viel bedeuten würde es ihr, wenn jeder Schüler in Nordrhein-Westfalen in Zukunft ein mehrwöchiges Sozialpraktikum absolvieren muss. „Es wäre natürlich schade, wenn die Politiker gar nicht auf die Beschlüsse eingehen würden. Wirklich traurig wäre ich aber nicht, man kann ja nichts dagegen machen”, sagt die 20-jährige Ibbenbührenerin.

Damian Chatha

Damian Chatha

Damian Chatha sieht das nicht ganz so locker. „Es wäre schlimm, wenn sich die Politiker gar nicht mit dem Jugendlandtag befassen würden. Aber ich bin mir recht sicher, dass die Themen behandelt werden”, sagt der 16-jährige aus Hamm. Allerdings glaubt der Schüler, der für drei Tage SPD-Abgeordneter war, dass die Anträge der Jugendlichen in dieser Form nicht beschlussfähig sind. „Wir sind ja keine Profis, da müssen sicher noch Feinheiten ausgebessert werden.” Er wünscht sich, dass in Zukunft das Thema Europa in der Sekundarstufe eins an allen Schultypen behandelt wird. Aber was ist, wenn die nordrhein-westfälischen Abgeordneten nicht auf den Vorschlag der Jugendlichen eingehen? „Dann hätte mir der Jugendlandtag trotzdem etwas gebracht; ich habe viele Erfahrungen fürs Leben gesammelt.”

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Comments (2)

 

  1. pschaefer sagt:

    ich finds super!!!

  2. aboehm sagt:

    ich auch!!

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