Ehrenamt soll Spaß machen – auch ohne Lohn

Oktober 9, 2010 Ehrenamt

Auf dem dritten Jugendlandtag Nordrhein-Westfalen haben die politischen Fraktionen über neue Regelungen zum Thema “Ehrenamt” diskutiert. Gestritten wurde vor allem um eine Belohnung von Engagement.

von Leonie Böttcher

Das Parlament stimmt ab

Die Jugendparlamentarier Nordrhein-Westfalens haben sich dafür ausgesprochen, ehrenamtliche Tätigkeiten nicht zu bezahlen. Ein Abgeordneter der Linken, Tim Kleeberg, sagte: “Wenn man das Ehrenamt bezahlt, schafft man einen neuen Niedriggeldsektor.” Die Grünen befürchteten, dass Ehrenämter bezahlte Arbeitsplätze ersetzen könnten.
Den zur Abstimmung gegebenen Vorschlag, ein verpflichtendes Praktikum in der Schulzeit für alle Jugendlichen einzuführen, lehnten die Parlamentarier mehrheitlich ab. Die Grünen hatten zuvor gefordert, ein zweiwöchiges Praktikum für alle Schüler zum Zwang zu machen. Aus der SPD hieß es, ein Pflichtpraktikum könne ein negatives Bild des Ehrenamtes in der Gesellschaft verbreiten.
Auch der CDU ist das positive Image des Ehrenamtes besonders wichtig. Die Unions-Abgeordnete Lena Höfner zitierte den Bundespräsidenten Christian Wulff : “Engagement ist gelebte Demokratie.”
Durch Gutscheine für Kulturveranstaltungen wollen die Jugendlichen aber ehrenamtliche Arbeit honorieren. Die Fraktion der Linkspartei befürchtet allerdings, Ehrenämter könnten künftig aus rein materiellen Gründen übernommen werden. Dies wollen sie vermeiden. Als Lohn sehen die Linken gesellschaftliche Achtung und Respekt.
Die Nachwuchs-FDP-Abgeordneten hingegen finden, dass gerade der materielle Anreiz helfe, das Ehrenamt für Jugendliche interessant zu machen. Die SPD schloss sich dieser Meinung an und sieht keine Gefahr, dass der Sinn des Ehrenamtes durch Gutscheine verfälscht würde. Die Grünen waren, ähnlich der Linkspartei-Vertreter, skeptisch.
Die Fraktionen waren sich darin einig, dass das Ehrenamt den Jugendlichen Spaß machen muss. Dies sahen die FDP-, SPD- und CDU-Abgeordneten vor allem durch die Freiwilligkeit gewährleistet. Der 17-jährige SPD-Parlamentarier Mathis Bräker sagte: “Was man nicht frewillig macht, macht man nicht gerne.” Ihm selbst habe sein Ehrenamt in der Kirche Vetrauen, soziale Kompetenz und auch Stolz gebracht.

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Comments (1)

 

  1. [...] mit ihrem Antrag durchsetzen. Der Landtag von Nordrhein-Westfalen wird sich nun mit diesen beiden Themen befassen und damit, ob sie durchgesetzt [...]

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