Kulturhauptstädte – Thema ohne Diskussion

Oktober 9, 2010 Europa, Jugendlandtag

Ein Thema des diesjährigen Jugendlandtags war es, dass Jugendliche die Kulturhauptstädte Europas kennenlernen sollen. Doch bei der Plenarsitzung sprach plötzlich niemand mehr davon. Warum?
 
von Laureen Kobbeloer

"Ruhr 2010"- Das Kulturhauptstadtsprogramm der Stadt Essen ist ein großer Erfolg Foto: MarMar/pixelio.de
“Ruhr 2010″- Das Kulturhauptstadtsprogramm der Stadt Essen ist ein großer Erfolg Foto: MarMar/pixelio.de

Ein zentrales Thema des diesjährigen Jugendlandtages lautet: Europas Kulturen erfahren. Dies wollen die Jugendlichen durch Besuche der jeweiligen Kulturhaupstädte erreichen. Realisiert  werden soll das mit Hilfe finanzieller Unterstützungen einiger Unternehmen und durch Kooperation der Bezirksregierungen.
In Jugendlandtags-Plenum am Samtagmorgen kamen die vier Fraktionen dann zusammen, um über die Themen des Jugendlandtags zu enscheiden. Dort allerdings waren die Kulturhauptstädte dann doch kein Thema mehr. Während die Jugendlichen über Europafahnen an öffentlichen Gebäuden diskutieren, winkte das Plenum die Beschlussempfehlung des Ausschusses zum künftigen Umgang mit Kulturhauptstädten ohne weitere Debatte durch.
Demnach sollen Reisen in die Europäischen Kulturhauptstädte durch Vergünstigungen von der Deutschen Bahn ermöglicht werden. Auch Klassenfahrten in Kulturhauptstädte will der Jugendlandtag finanziell fördern lassen. Genauer klärten die Jugendlichen die Frage der Finanzierung aber nicht.
Die FDP-Fraktion forderte abseits des Plenums eine  “Europawoche”, die mit dem 9. Mai, also dem Datum der Gründung der EU, endet. In dieser Woche sollen Jugendliche in die jeweilige Kulturhauptstadt reisen, um die europäischen Kulturen besser kennen zu lernen.  Für die Finanzierung sollten Sponsoren unterschie dlicher Länder sorgen.  Die Fraktion der Grünen war ebenfalls von der Idee überzeugt,  Reisen in die Kulturhauptstädte zu fördern, doch warnten die Grünen davor, die Sponsoren aus der Wirtschaft könnten dies zur Imageaufpolierung ausnutzen.
Die Europäischen Kulturhauptstädte sind in den vergangenen Jahren, besonders durch Essen, eine der diesjährigen Kulturhauptstädte, auf  großes Interesse gestoßen. Durch zahlreiche Kinder-und Jugendprojekte im gesamten Ruhgebiet haben die nordrhein-westfälischen Jugendlichen Gefallen an dieser Instuition gefunden.
Seit 2004 werden die Europäischen Kulturhaupstädte vom Rat der Europäischen Union für Kulturfagen zuständigen Minister ausgewählt. Sie bestimmen, welche Stadt ihrer Meinung nach die Bewerbungskriterien am besten erfüllt und den Titel  “Kulturhauptstadt Europas” verdient.
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Comments (3)

 

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